Fraen a Mammen Berdorf 1975 - 2005

Geschrieben von Fraen a Mammen Berdorf. Posted in 30 Jahre ACFL Berdorf

Die ersten 26 Jahre der Equile Ste Irmine

Wenn ein Jubiläum gefeiert wird, hat man die Gelegenheit zurückzuschauen, und das kann unser Verein mit großer Freude und Dankbarkeit tun. Freude, dass die "Fraen a Mammen" sich schon so lange Jahre in Eintracht zusammenfinden und so vieles zusammen erlebt haben, Dankbarkeit, dass so viele Mitglieder uneigennützig zum Wohl der Gemeinschaft gearbeitet haben.

An der Gründungsversammlung, am 28. Juli 1975, nahmen 8 begeisterte Frauen teil und bildeten einen Vorstand, der gemäß der Statuten der ACFL (Kathoulesch Fraenaktioun) arbeiteten sollte. Dies bedeutete die Unterstützung und den Ausbau von Werken zur religiösen, sozialen und kulturellen Förderung der menschlichen Gesellschaft. Der Gründungsversammlung waren interessante Aktionen mir der LJM ("Letzebuerger Jong Meedercher") vorangegangen. Auch später arbeiteten die beiden Vereine noch des Öfteren zusammen und unterstützten sich gegenseitig.

Vorstand des neugegründeten Vereins:
Mme Speller-Linden Anna, Präsidentin
Mme Wagner-Altman Maisy, Sekretärin
Mme Siebenaler-Hermann M.Louise, Kassierin
Mme Ernzer-Simon Jeanny, Verantworlich für Kommunikation
Mlle Fischbach Sophie, Mitglied
Mme Genson-Portz Maisy, Mitglied
Mme Konsbruck-Weber Nelly, Mitglied
Mme Weides-Wagner Maria, Mitglied
Aumônier: Abbé René Henkes

Die Mitgliederzahl wuchs rasch auf über 70 heran. Dies ermöglichte eine derart fruchtbare Arbeit auf sozialem Gebiet, dass die Spenden, die an Organisationen im In- und Ausland im Laufe der Jahre überwiesen werden konnten, einen Gesamtbetrag von weit über einer Million Franken erreichte.

Besonders erwähnt werden sollen auch die Damen, die zum Stricken, Häkeln und Nähen zusammenkamen und anschließend die hierbei angefertigten Kleider an Kinderheime in Afrika, Rumänien und Polen verschickten.

1982 schreiwen Patern N. an M. Hansen:

In den Wintermonaten des Jahres 1977/78 tat sich die 9-köpfige Gruppe aus den 'Fraen a Mammen' von Berdorf erstmalig zusammen, um dann alljährlich während der kalten Jahreszeit von Allerheiligen bis Ostern für wohltätige Zwecke zu häkeln resp. zu stricken. So erreichten jedes Jahr circa 30 Wolldecken und 50 bis 60 Wollbandagen für Leprakranke sowie 40 bis 50 Erstlingskleider und ebenso viele Garnituren (Jäckchen, Käppchen, Schuhe) über die Schwestern der hl. Elisabeth des Instituts Heliar aus Weilerbach ihre Bestimmungsorte in Afrika. Mit Stolz wurde nun am Sonntag, dem 3. Mai 1987, mit einer schlichten Ausstellung im Gemeindehaus das 10-jährige Jubiläum dieser lobenswerten Initiative begangen. - Auf dem Foto die Jubilarinnen von links nach rechts. 1. Reihe: Marie Kayser-Raas, Präsidentin Anna Speller-Linden, Suz. Olinger-Reisdorf, Anni Bichler-Spautz. 2. Reihe: Maria Weides-Wagner, Anni Wehr-Majerus, Albertine Wagner-Loutsch, Marguerite Schwenninger-Ross, Maria Meyers-Wolter.

Herzlichen Glückwunsch und ad multos annos.

Vernachlässigt wurde aber auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen nicht. Mit dem Kinderchor und der Jugendmusik wurden gemeinsame Aktivitäten veranstaltet. Besondere Erwähnung sollte hier auch die Überreichung einer Trompete an die Harmonie Berdorf und das Anfertigen der blauen Schippen für den "Hämmelsmarch" finden.

Die "Fraen a Mammen" haben sich im Laufe der Jahre aber nicht nur an der Erbauung des Dorfes beteiligt, auch das leibliche Wohl und die Geselligkeit kamen nicht zu kurz. Wir organisierten mehrere Male den Glühweinausschank nach den Christmetten, und auch so manches Kaffekränzchen am Sonntagnachmittag sorgte für gute Stimmung bei der Dorfbevölkerung.

Eines der Hauptaugenmerke lag immer auf der Weiterbildung unserer Mitglieder. Hierzu wurden Konferenzen mit Fachleuten organisiert. Die verschiedensten Themen wurden behandelt: Unfallverhütung, Krankenpflege daheim, Kommunikation im familiären Umfeld und noch viele andere. Ein Schwerpunkt wurde auf kindspezifische Themen gelegt: Probleme der Jugendlichen in der Pubertät, Kinder vor dem Fernseher, Fragen über Leben und Tod, um nur einige zu nennen. Religiöse Fragen wurden auch immer behandelt. Hier gab es unter anderem Vorträge zur "christlichen Frau heute" und "Deutung der Nächstenliebe".

Die Geselligkeit, die unser Verein zu fördern versuchte, beschränkte sich aber nicht auf geistige Bereiche, sondern unterstützte auch handwerkliche Aktivitäten. Die ab 1989 alle 2 Jahre stattfinden. Hobbyausstellungen boten unseren Mitgliedern ein Forum zu Präsentation ihrer Interessen und Fähigkeiten auf künsterlerischem Gebiet.

Selbstverständlich besteht das Leben nicht nur aus Lernen und Arbeiten, sondern braucht auch Mußestunden zum Schöpfen neuer Kraft. Dies sollte sich natürlich in unseren Aktivitäten wiederspiegeln. Hierzu organisierten die "Fraen a Mammen" Film- und Lichtbildabende, vor allem im Anschluss an die so beliebten "Veillée de Noël". Diese entführten uns in die Fremde, z. B. ins Heilige Land, nach Malta und Santiago. Heimische Themen kamen aber auch nicht zu kurz. Hier sahen wir unter anderem, Beiträge zur Dreihundertjahrfeier der Erwählung der "Trösterin der Betrübten" zur Schutzpatronin des Landes oder zum diamantenen Ordensjubiläum von Schwester Cyrilla Hubert. Unser ausdrücklicher Dank für diese interessanten und unterhaltsamen Abende sei von hier aus noch einmal an die respektiven  Referenten gerichtet.

Besonderen Anklang fanden auch immer unsere Ausflüge. Diese brachten die Mitglieder zu religiösen, kulturellen und historischen Stätten im In- und Ausland. Bei all unseren Ausflügen wurde die religiöse Komponente nie außer Acht gelassen. Diese Tagesreisen kann man in vier Kategorien einteilen. Da sind zu erst die Ausflüge, die allein dem Besuch einer Gegend galten, wie dem Rhein, den Eifler Maaren, Monschau und seinem See, Weilburg und den Ursprüngen unserer Herrscherdynastie, Straßburg und dem Europaparlament, dem Saarland, Amsterdam, Lothringen, Vianden und Schengen.

Manche Ausflüge erlaubten zusätzlich den Besuch einer Produktionsstätte alltäglicher Gebrauchsartikel. Dies waren Mettlach und die Porzelanherstellung bei Villeroya&Boch, Bascharage und die Brauerei Bofferding, das Luxemburger Wort, Idar-Oberstein und die Schmuckherstellung, Grevenmacher und die Sektkellereien und sogar Baccarat und seiner Kristallfabrik.

Wir besuchten auch die Klöster Orval, Clerf, Himmerod, Odilienberg, Steinfeld, Eberhardsklausen, Bornfeld, Bonne, Fontaine, Banneux, und viele andere Wallfahrtsorte. Wir gedachten aber auch der Opfer des 2. Weltkrieges bei Besuchen der Gedenkstätten Hinzert und Natzweiler Struthof.

Besuche im Blindenheim von Berburg, in den Heimen für geistig Behinderte in Betzdorf und dem "Centre Nossbierg" in Esch-Alzette, sowie dem S.O.S. Kinderdorf in Mersch führten uns vor Augen wie klein unsere alltäglichen Probleme doch sein können im Vergleich zu Schicksalsschlägen verschiedenerer unserer Mittmenschen.

Ein fester Ankerpunkt unserer Aktivitäten und vor allem unserer Aktivitäten und vor allem unserer Ausflüge war aber unser langjähriger Aumônier Pfarrer Arsène Braun. Er begleitet uns, von ein paar Wochen an Anfang mit Aumônier René Henkes abgesehen, über die gesamten ersten 26 Jahre unserer Tätigkeit als "Fraen a Mammen". Dabei war er uns immer ein sehr herzlicher und fröhlicher Begleiter, der vorbildlich für unsere seelsorgliche Betreuung sorgte. Natürlich fehlte die Eucharastiefeier nicht bei unseren so zahlreichen Wallfahrten.

Es war für die Fraen a Mammen" eine Ehre, zwei Muttergotteskleider für die Marienstatue und eine Stola und ein Messgewand für unsere Primizianten stiften zu dürfen.

Nach 26 Jahren Engagement in der ACFL-Sektion Berdorf war es uns ein Herzensanliegen, dass das von uns gegründete Werk in unserer Pfarrei erhalten bleibe. Der Wunsch ging in Erfüllung dank einer jungen begeisterten Frauengruppe. Wir freuen uns, danken Gott und wünschen vom Besten das Allerbesten.

Für die Equippe Ste Irmine

Sophie Fischbach